Luftgetrocknetes Holz altert würdevoll: abgedeckte Stapel, gleichmäßige Luftzirkulation, stirnseitiger Wachsauftrag, langsam sinkende Feuchte. Wer Spannungen respektiert, verhindert Risse, spart Energie und trägt die Waldruhe in die Werkstatt. Erst wenn das Material wirklich bereit ist, beginnt die Formgebung, und jede spätere Kante bleibt stabil, leise und zuverlässig.
Zugmesser, Schweifhobel und Hohleisen folgen dem Faserverlauf, statt ihn zu erzwingen. Schärfen auf Wassersteinen bringt spiegelnde Schneiden, die weniger reißen und mehr erzählen. So entstehen Oberflächen, die nicht poliert wirken, sondern lebendig atmen, weil Werkzeuge nicht nur Material abtragen, sondern Charakter hervorholen und Wärme bewahren.